Spessartblick Altenhilfe


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Pflegekonzept

Heimpflege

1. Pflegeleitbild

" Der sich uns anvertrauende Bewohner steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Ihn in seinem individuellen Menschsein anzunehmen und zu respektieren, ist unser besonderes Anliegen. Durch den Aufbau einer vertrauten Beziehung und gegenseitige Anerkennung versuchen wir unseren Bewohnern eine Unterstützung in ihren Lebensaktivitäten zu geben.
" Unsere ganzheitliche Pflege und Betreuung ist an das Pflegemodell von M. Krohwinkel angelehnt. Wir können so eine auf Bewohner und ihre Angehörigen individuell zugeschnittene Pflege ermöglichen.
" Der Mensch wird von uns grundsätzlich als selbständig und verantwortlich für sein Handeln gesehen. Ist die Eigenverantwortung und Selbständigkeit eingeschränkt oder zurzeit nicht gegeben, sehen wir unsere Aufgabe darin, diese wiederherzustellen oder beratend und unterstützend zur Seite stehen.
" Unsere Zielorientierte Pflege unterstützen wir durch die Umsetzung des Pflegeprozesses. Dieser spiegelt sich in der Pflegedokumentation wieder, die jederzeit dem Bewohner zur Verfügung steht. So werden Ziele gemeinsam mit ihm und gegebenenfalls seinen Angehörigen besprochen und festgelegt.
" Wir versuchen, ein Höchstmaß an Privatsphäre zu wahren. Wir achten dabei darauf, die Räumlichkeiten nicht in erster Linie der Pflege anzupassen, sondern die Pflege nach den Räumlichkeiten. So unterstützen wir weitestgehend eine individuelle Gestaltung des persönlichen Wohnbereiches.
" Um eine vertraute Beziehung zwischen Pflegepersonal und Bewohner zu ermöglichen, wird die Dienstplanung so gestaltet, dass ein häufiges Wechseln der Pflegekräfte vermieden wird.
" Um unsere Qualität in der Versorgung immer wieder auszubauen, sind unsere Mitarbeiter verpflichtet, an, vom Haus angebotenen, Fortbildungen teilzunehmen. Sie erweitern dadurch ihre Kompetenz und stellen diese Bewohnern und deren Angehörigen zur Verfügung.
" Wir gehen offen auf Bewohner aus anderen Kulturkreisen zu und versuchen gemeinsam nach individuellen Bedürfnissen unsere Versorgung auszurichten. Unser Handeln ist hierbei von gegenseitiger Achtung und Toleranz geprägt.
" Der Bereich Pflege ist an die gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen im Gesundheitswesen gebunden. Dadurch sind auch wir gezwungen, unsere Arbeit an wirtschaftliche Gegebenheiten anzupassen. In Fällen, in denen die Finanzierung nicht ausreichend gewährleistet ist, suchen wir mit unserem Klienten nach individuellen Möglichkeiten. Wir sehen daher unsere Aufgabe auch darin, die Interessen unserer Klienten vor dem Gesetzgeber zu vertreten.
" Die praktische Umsetzung dieses Leitbildes und die ständige Aktualisierung ist für uns ein wesentlicher Punkt bei der qualifizierten Versorgung der Bewohner.
" Mit den Zielen dieses Leitbildes identifizieren sich sowohl alle Mitarbeiter als auch die Unternehmensleitung.

2. Das Pflegemodell nach Monika Krohwinkel

In unserem Hause wird das Modell der Fördernden Prozesspflege von
Monika Krohwinkel angewandt.

Monika Krohwinkel ist Professorin für Pflege an der Ev. Fachhochschule in Darmstadt. Sie veröffentlichte erstmals 1984 ihr konzeptionelles Modell der Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens. Das Modell wurde in einer 1991 abgeschlossenen Studie erprobt und weiterentwickelt.
Auf der Grundlage der ATL von Nancy Roper entwickelte Monika Krohwinkel ein neues Pflegemodell, das sie um zwei Bereiche erweiterte. Ropers frühere Arbeiten bilden die Basis des Modells, in dem sie versucht, unterschiedliche Erkenntnisse aus ihren Studien der Humanistischen Psychologie, Phänomenologie und der Systemtheorie sowie der Krankenpflege miteinander zu verknüpfen. Dabei fand sie zunächst Eigenschaften heraus, die allen Menschen gemeinsam sind. Sie orientierte sich am beobachtbaren Verhalten des Menschen, durch das sich diese Eigenschaften ausdrücken.
Eine exakt ausgeführte Pflege muss ihrer Meinung nach auf beobachtbaren und messbaren Phänomenen beruhen und nicht auf Intuition oder glücklichen Umständen.
Krohwinkels Pflegemodell hat als Grundlage eine ganzheitliche Sicht des Menschen und seiner Umgebung. Mensch und Umgebung gehören zusammen, beeinflussen und verstärken sich gegenseitig.

Das Strukturmodell der 13 AEDL ist ein Teilbereich des kompletten Modells der Fördernden Prozesspflege. So werden die Pflegeanamnese, die Fähigkeiten, Probleme, Hilfsmittel, die Ziele sowie der Pflegeplan und die abschließende Auswertung der Pflege entsprechend gegliedert und bearbeitet. Die AEDL-Bereiche sind nie getrennt voneinander zu begreifen. Sie stehen immer miteinander in einer gegenseitigen Wechselbeziehung und bedingen sich gegeneinander.

Entscheidend ist bei diesen Überlegungen, dass der alte Mensch als ganzheitlich zu begreifende Person mehr ist als die 13 AEDL. Er ist immer mehr als die Summe dieser Teile.

Im Folgenden wird auf die einzelnen AEDL-Bereiche eingegangen, um pflegerische Tätigkeiten diesen besser zuordnen zu können. Sie sind nie komplett und dienen nur als Beispiel. Sie sind in Abhängigkeit von der aktuellen Pflegesituation des Bewohners im Bedarfsfall zu ergänzen bzw. zu erweitern:

1. Kommunizieren können

Pflege fördert die Beziehung und unterstützt die Kommunikation.
Dazu gehören die Bewusstseinslage, die Orientierung in Bezug auf Person, Zeit und
Raum, das Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen, die Fähigkeit sich mündlich
und schriftlich mitzuteilen, das Verstehen und Erkennen verbaler, nonverbaler und
schriftlicher Informationen, die Fähigkeit, Wärme und Kälte zu empfinden und Schmerzen ausdrücken zu können.

Außerdem müssen die Pflegenden überlegen, welche Hilfsmittel zur Unterstützung der jeweilige Bewohner benötigt.

Förderung der Kommunikation und der Beziehung:

" Unterstützung der Kommunikation
" Orientierung zu Person, Zeit und Raum
" Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen
" Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich mitzuteilen
" Mimik und Gestik
" Ausdruck von Gefühlen
" Wahrnehmungsvermögen in Bezug auf Hören, Sehen und Gesichtsfeld
" Lesen
" Verstehen und Erkennen verbaler und schriftlicher Informationen
" Fähigkeit, Wärme und Kälte zu empfinden
" Ausdruck von Schmerz

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Förderung der Kommunikation durch die räumliche Ausstattung (Aufenthaltsraum, Wintergarten, etc.)
" Bewohner bei krankheitsbedingten Beeinträchtigungen unterstützen und fördern
" Kommunikative Einzel- und Gruppenangebote
" Sensibilität und Berücksichtigung der nonverbalen Kommunikation
" Einbeziehung von Kontaktpersonen (Angehörige, Betreuer, Besucherkreise, etc.)

2. Sich bewegen können

Pflege fördert die allgemeine Beweglichkeit und gibt Hilfen bei der Bewegung, z.B. beim Lagewechsel, Aufstehen, Sitzen und Gehen.
Dazu gehört auch die Körperbewegung innerhalb und außerhalb des Bettes.
Zu beachten sind Lähmungen, Spastiken und sonstige Bewegungseinschränkungen.
Auch das Gleichgewicht und Gleichgewichtsstörungen sowie Lagerungen fallen in
diesen Bereich. Gefährdete Körperregionen sind in diesem Zusammenhang besonders zu beachten.
Der Umgang mit Kontrakturen, Dekubitalgeschwüren und lagerungsbedingten
Ödembildungen gehören ebenfalls dazu.

Förderung der allgemeinen Beweglichkeit:

" Hilfestellungen beim Lagewechsel, Aufstehen, Sitzen, Gehen, etc.
" Körperbewegung in- und außerhalb des Bettes
" Beachtung von Lähmungen und Spastiken oder sonstiger Bewegungseinschränkungen
" Förderung des Gleichgewichtes und Hilfestellung bei Gleichgewichtsstörungen
" Umgang mit Dekubitalgeschwüren, bzw. entsprechenden Gefährdungen
" Umgang mit Kontrakturen, bzw. entsprechenden Gefährdungen
" Lagerungsbedingte Ödembildung


Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Einrichtungsbezogene mobilitätsfördernde Maßnahmen ( auch immobile, bettlägerige Bewohner werden stundenweise in den Aufenthaltsraum mobilisiert)
" Schilder- und Leitsystem (Farbgestaltung, Orientierung im Wohnbereich)
" Rollstuhl- und behindertengerechte Ausstattung
" Wiedererlangung von Beweglichkeit, einschließlich der Hilfsmittelberatung und -organisation
" Vermittlung von Krankengymnastik
" Förderung Mitarbeiterbezogener Arbeitserleichterungen

3. Vitale Funktionen aufrecht erhalten können

Pflege fördert die Atemfähigkeit, den Blutkreislauf und die Wärmeregulation.
Hierzu zählen Atemverhalten, Husten, Verschleimung, Infekte, Atemstörungen,
Atemnot, Durchblutung, Blutdruck, Puls, Fieber und Transpiration.

Förderung der Atemtätigkeit, des Kreislaufs und der Wärmeregulation:


" Atmung: Atemverhalten, Husten, Verschleimung, Infekte, Atemstörungen, Atemnot
" Kreislaufsituation: Durchblutung, Blutdruck, Puls
" Temperaturregulierung: Fieber, Schwitzen, Frieren

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Kontinuierliche und fachgerechte Krankenbeobachtung durch Pflegefachpersonen
" Pflege und Prophylaxen bei entsprechenden Störungen der wichtigsten Organe: Gehirn, Herz, Lunge und Nieren
" Sorge für die Gabe der benötigten Medikamente
" Pflege bei chronischen Störungen, wie z. B. Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck und Atembeschwerden
" Förderung der Atemtätigkeit, des Kreislaufs und der Wärmeregulierung
" Qualifiziertes Handeln in allen Notfallsituationen

4. Sich pflegen können

Pflege fördert und unterstützt die individuelle Körperpflege.
Hierbei wird auf den Hautzustand, die allgemeine und spezielle Hautpflege geachtet.
Es wird darauf geachtet, ob sich ein Bewohner selbständig waschen kann oder Hilfe
durch eine Pflegekraft benötigt.
Pflege wird dabei im Hinblick auf einzelne Körperregionen unterschieden, z.B.
Mund-, Nasen-, Augen-, Nagel-, Haar- und Intimpflege.
Weiterhin wird auf Hautschäden wie Rötungen, Schwellungen, Blasenbildungen,
Defekte und Allergien geachtet.

Förderung und Unterstützung der individuellen Körperpflege:

" Qualifizierte Beobachtung des Hautzustands: Rötungen, Schwellungen, Blasenbildungen, Ödeme, Defekte, Allergien, Infektionen
" Allgemeine Hautpflege, z. B. Kosmetik
" Spezielle Hautpflege
" Anleitung oder (teilweise) Übernahme der Morgentoilette (Waschen, Duschen, Baden)
" Spezielle Pflege im Rahmen der Morgentoilette: Mund-, Nasen-, Augen-, Nagel, Haar- und Intimpflege

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Privater Sanitärbereich (behindertengerecht) oder Schaffung einer Privatsphäre bei der Morgentoilette
" Anleitung zur selbständigen Durchführung der Körperpflege, bzw. der speziellen Pflege
" Unterstützung bei der Körperpflege bis hin zur völligen Übernahme unter Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten der Bewohner und ihrer individuellen Gewohnheiten
" Beachtung der Intimsphäre
" Anleitung zur Auswahl geeigneter Kosmetika
" Wäsche und Kleidung
" Friseur und Fußpflege

5. Essen und Trinken können

Pflege unterstützt die Bewohner bei ihren individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten.
Beim Essen beachtet man die Menge der Nahrungsaufnahme, den Appetit und das
Geschmacksempfinden des pflegebedürftigen Bewohners, die Art der Nahrungs-Zubereitung und die einzelnen Kostformen.
Beim Trinken beachtet man die Trinkmenge, die Art, wie Flüssigkeit aufgenommen
wird.
Der Zahnstatus, die Mundsituation und die Koordination von Kauen und Schlucken
werden bei der Aufnahme von Speisen und Getränken ebenso wie die Verträglichkeit
beobachtet und berücksichtigt.

Unterstützung bei individuellen Bedürfnissen im Bereich des Essens und Trinkens:

" Qualifizierte Beobachtung der Menge der Nahrungsaufnahme, u. U. der BE-Anzahl, des Appetits, des Geschmackempfindens
" Beobachtung der Art der Nahrungszubereitung: Passierte Kost, Diäten, Sondenkost, parenterale Ernährung
" Qualifizierte Beobachtung der Flüssigkeitsaufnahme, z. B. der Trinkmenge
" Zähne: Zahn- und Zahnfleischstatus, Zustand der Zahnprothesen
" Berücksichtigung des Kauen und Schluckens: Lippenschluss, Speichelfluss, Mundboden-, Zungen- und Wangenmuskulatur, Gaumensegel und Zäpfchen
" Berücksichtigung der Verträglichkeit von Speisen und Getränken (Übelkeit, Erbrechen)

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Beachtung der kulturellen und geselligen Aspekte von Essen und Trinken; sie fließen in die Gestaltung der Maßnahmen mit ein (freundlicher Speisesaal, Esskultur, Eßgewohnheiten, Feierlichkeiten)
" Ausgewogene und altersgerechte Zusammensetzung der Mahlzeiten: Wahlgerichte, diätetische Kostformen, ausreichende Getränke
" Einhaltung der Hygienevorschriften (WB-Küche = HACCP-Schnittstelle)
" Individuelle / kulturelle Ernährungsgewohnheiten sind bekannt und werden berücksichtigt (s. Pflegeanamnese, Biographie, Beobachtung)
" Ansprechendes Aussehen und Servieren der Mahlzeiten
" Mitbestimmung der Bewohner bei der Auswahl, Zubereitung und Menüzusammenstellung der Gemeinschaftsverpflegung (konstruktive Kritik ist erwünscht)

6. Ausscheiden können

Die Förderung von Kontinenz steht im Mittelpunkt des pflegerischen Handelns.
Es werden Pflegehilfen zur Bewältigung individueller Inkontinenzprobleme gegeben.
Bei der Urin- und Stuhlausscheidung wird auf Menge, Rhythmus, Inkontinenz,
Infektionszeichen und Störungen jeglicher Art geachtet.

Förderung der Kontinenz (Harn/Stuhl):

" Pflegehilfen zur Bewältigung individueller Inkontinenzprobleme
" Qualifizierte Beobachtung der Urinausscheidung und des Urins: Miktionsverhalten und - Zeitpunkte, -rhythmus, Harnverhaltung, Harnwegsinfektionen, Menge, etc.
" Qualifizierte Beobachtung der Stuhlausscheidung: Menge, Rhythmus, Inkontinenz, Obstipation / Diarrhö


Eckpunkte bei der täglichen Pflege:


" Beachtung der Intimität und behutsamer Umgang mit Ausscheidungsprozessen
" Rollstuhlgerechte Toilettenausstattung mit Notrufsystem
" Inkontinenz- und Obstipationsprophylaxe
" Individuell angepasste (indizierte) und wirtschaftliche Inkontinenzversorgung

7. Sich kleiden können

Pflegende achten auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner hinsichtlich ihrer
Kleidung.
Sie versuchen, die Unabhängigkeit in diesem Bereich am Tage und in der Nacht zu
fördern und unterstützen die Bewohner bei der Auswahl der Kleidung sowie beim An- und Auskleiden.

Förderung der Unabhängigkeit in diesem Bereich:

" Beachtung der bevorzugten Tag- und Nachtkleidung
" Beachtung der individuellen Bedürfnisse bzgl. der Kleidung
" Unterstützung beim An- und Auskleiden

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Pflegerische Unterstützung in dem Bewusstsein, dass Kleidung zur individuellen Identität des Menschen gehört
" Selbstbestimmung bei der Kleidungsauswahl unterstützen
" Wäsche und Kleidung der Bewohner regelmäßig wechseln oder/und dazu anregen
" Unterstützung und Durchführung der Wäschepflege

8. Ruhen und Schlafen und sich entspannen können

Pflege leistet Unterstützung bei den individuellen Ruhe- und Erholungsbedürfnissen.
Sie fördert einen physiologischen Schlaf - Wach - Rhythmus und unterstützt den
alten Menschen bei der Bewältigung von Schlafstörungen.
Pflegepersonen achten auf die Schlafqualität, die Schlafdauer und die Schlafzeiten
der Bewohner.

Förderung des individuellen Ruhe- und Erholungsbedürfnisses:

" Beachtung und Unterstützung des individuellen Ruhe- und Erholungsbedürfnisses
" Versuch der Förderung eines physiologischen Schlaf - Wach - Rhythmus
" Unterstützung bei der Bewältigung von Schlafstörungen
" Qualifizierte Beobachtung des Schlafes: Schlafqualität, Schlafdauer und Schlafzeiten

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Beachtung und Einhaltung des Tag-/Nachtrhythmus
" Sorge für einen gesunden Schlaf: Bequemes, angenehmes und zweckmäßiges Bett, gute Belüftung des Raumes, Bettwärme
" Beobachtung von Schlafstörungen und Ausschaltung störender äußerer Faktoren
" Die Struktur des Arbeitsablaufs im Tages- und Nachtdienst ist den Bedürfnissen der Bewohner angepasst
" Schaffung unterschiedlicher Zonen für Entspannung, Ruhe und Aktivitäten

9. Sich beschäftigen lernen und sich entwickeln können

In diesem Lebensbereich spielen die Tagesgestaltung, die Hobbys, die Interessen und selbständigen Aktivitäten der Bewohner eine Rolle.

Auch Aktivitäten, die zusammen mit anderen Personen wie z.B. Mitbewohner,
Angehörige, Pflegepersonal, Physiotherapeuten u.a. unternommen werden, fließen hier ein.

Förderung der eigenen Fähigkeiten, sich beschäftigen und lernen zu können:

" Tagesgestaltung
" Hobbys und Interessen
" Selbständige Aktivitäten
" Aktivitäten gemeinsam mit anderen Personen, wie Angehörigen, Pflegepersonen, Physiotherapeuten etc.

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Anregung und Unterstützung der Bewohner bei der Gestaltung ihrer Zeit
" Ausreichende Gemeinschaftsräume und Gelegenheit für Aktivitäten
" Gesprächsangebote über ihre Interessen und Hobbys
" Unterstützung der Tagesstrukturierung
" Akzeptanz der freien Wahl zwischen Aktivität und Passivität
" Gezielte therapeutische Einzel- und Gruppenangebote
" Förderung der Kreativität
" Einbeziehung der Angehörigen und Bezugspersonen
" Anregung zur Beschäftigung mit Zeitung, Literatur, Radio und TV

10. Sich als Frau oder Mann fühlen und verhalten können

Die Pflegearbeit soll ein positives und lebensbejahendes Selbstempfinden der Bewohner fördern.
Die Pflegenden müssen die Sexualität des pflegebedürftigen alten Menschen akzeptieren können und die Bewohner leiten, die unter Störungen im Nähe-Distanz-Verhalten leiden.
Durch den intensiven Bewohnerkontakt erlebt man automatisch die Krisen mit, die
ältere Menschen durch den Verlust ihrer Jugend, ihres Partners oder durch die
Einsamkeit haben.
In diesem Lebensbereich sind besonders die Verbindungen zu den Bereichen "Sich
Pflegen können", "Ausscheiden können", "Sich kleiden können", "Soziale Bereiche des Lebens sichern" und "Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen können" zu beachten.

Förderung eines positiven und lebensbejahenden Selbstempfindens des Bewohners als Frau oder als Mann:

" Akzeptanz der sexuellen Bedürfnisse des alten Menschen
" Begleitung der Bewohner bei Störungen im Bereich Nähe/Distanz

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Annahme der Person des Bewohners in seinem individuellen und kulturellen sowie geschlechtsspezifischen Rollenverhalten
" Annahme und Ernstnehmen seiner Bedürfnisse nach Nähe, Berührung und Zärtlichkeit sowie seiner sexuellen Bedürfnisse
" Ermöglichung der Befriedigung dieser Bedürfnisse im Rahmen des Möglichen
" Schaffung von Möglichkeiten für Bewohner, mit Partnern ungestört zusammen zu sein
" Auch unverheiratete Paare können zusammen wohnen

11. Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können

Die allgemeinen Selbstpflegefähigkeiten des Bewohners sollen gefördert werden.
Man unterstützt ihn im Bereich einer sicheren Lebensführung. Dazu gehört neben
der Haushaltsführung auch die psychische Sicherheit und die Medikamentengabe.
Pflege fördert bzw. unterstützt die Bewohner, falls notwendig, bei der Gestaltung
ihres Wohnbereiches, schützt sie, wenn möglich, vor Verletzungen und Ein-
schränkungen und bietet Orientierungshilfen wie die Ausstattung des Zimmers und die Hilfsmittel zur Orientierung (Kalender, Uhr, Zeitungen, Zeitschriften, Fernseher und Radio, Namens- und Nummernschilder an den Türen, sowie verschiedene Farbgestaltung der einzelnen Etagen) an.

Förderung und Unterstützung im Bereich der (eigenen) sicheren Lebensführung:

" Haushaltsführung
" Psychische Sicherheit
" Förderung und Unterstützung des Bewohners bei der Gestaltung seines Wohnbereichs
" Versuch, den Bewohner vor Verletzungen und Einschränkungen zu schützen
" Gemeinsame Überlegung bzgl. sinnvoller Orientierungshilfen
" Räumliche Ausstattung und Art / Anordnung der Einrichtungsgegenstände
" Ausstattung des Bettes
" Hilfsmittel zur Orientierung, wie z. B. Kalender, Uhr, Zeitung, Zeitschriften, Radio, TV, usw.

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Berücksichtigung bei den Pflegeverrichtungen, daß jeder Mensch ein umfassendes Gefühl für Sicherheit braucht
" Sicherung äußerer Faktoren wie soziale Sicherheit
" Rahmen für eine freiheitsgewährleistende Umgebung
" Einhaltung aller Vorschriften des Betreuungsgesetzes und anderer spezifischer gesetzlicher Vorschriften, z. B. Unfallverhütungsvorschriften, Brandschutz-Bestimmungen, usw.
" Sicherung innerer Faktoren wie Persönlichkeit, Intimsphäre
" Vertraulichkeit, Verschwiegenheit, Begleitung in Lebenskrisen

12. Soziale Beziehungen und Bereiche sichern und gestalten können

In diesem Lebensbereich unterstützt die Pflege die Bewohner darin, bestehende
Beziehungen aufrechtzuerhalten.
Pflege versucht, die Integration der Bewohner in ein selbstgewähltes soziales
Umfeld zu fördern und sie vor sensorischer Depression und Isolation zu schützen.
Auch die sozialen Beziehungen zu Lebenspartnern, Freunden, Nachbarn, Bekannten
und zu den nächsten persönlichen Bezugspersonen werden beachtet.
Ebenso spielt der Beruf, die früheren beruflichen Aktivitäten, die mit dem Beruf
verbundene Verantwortung sowie die privaten Verpflichtungen und Sorgen eine
wesentliche Rolle. Sie haben großen Einfluss auf die pflegerischen Aktivitäten.

Unterstützung des alten Menschen, bestehende Beziehungen aufrechtzuerhalten:

" Versuch, die Integration in das selbstgewählte soziale Umfeld zu fördern
" Schutz vor sensorischen Depression und Isolation
" Beachtung der sozialen Beziehungen zu Lebenspartnern, Freunden, Nachbarn, Bekannten und der primären persönlichen Bezugsperson
" Beachtung des ehemaligen Berufs, der früheren beruflichen Aktivitäten und der mit dem Beruf verbundenen Verantwortung
" Beachtung der privaten Verpflichtungen, z. B. das Sorge Tragen für den Ehepartner

Eckpunkte bei der täglichen Pflege:

" Förderung des Kontaktes zu früheren und jetzigen Bezugspersonen, Kontakte erhalten und fördern
" Einbeziehung von Angehörigen und Freunden
" Für Besuche sorgen, ggf. Wiederbelebung abgebrochener familiärer Kontakte
" Anregung und Unterstützung der Bewohner an Veranstaltungen ihrer sozialen Umgebung teilzunehmen
" Anregung und Unterstützung der Bewohner an zentralen Veranstaltungen der Einrichtung teilzunehmen

13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen und sich daran
entwickeln können

Auseinandersetzung mit ihren existentiell gefährdenden Erfahrungen wie Angst, Sorge, Isolation, Ungewissheit, Hoffnungslosigkeit, Schmerzen, Sterben und Tod.
Pflege unterstützt ebenso die existenzfördernden Erfahrungen wie Hoffnung,
Sicherheit, Vertrauen, Wohlbefinden und Lebensfreude.

Pflege soll Unterstützung anbieten in Krisensituationen (Tod des Partners, Kindes), bei eigener Sinnfrage des Lebens, wenn die Religion zum Thema wird und bei der Vorbereitung zu eigenen Bestattungswünschen.
Pietät und Trauerkultur sollen dabei berücksichtigt werden.
Die Sterbebegleitung ist kein isolierter Teil des Pflegeprozesses, sondern Begleitung
in der letzten Lebensphase des Bewohners; sie sollte auch die Angehörigen in den
Sterbeprozeß mit einbeziehen. Außerdem werden Ärzte und Geistliche kontaktiert.
Pflege im Angesicht von Leid, Trauer, Sterben und Tod wird in unserer Einrichtung
thematisiert.


" Begleitung der Bewohner in der Auseinandersetzung mit existentiellen Erfahrungen, wie Angst, Misstrauen, Trennung, Isolation, Ungewissheit, Schmerzen, Hoffnungslosigkeit, Sterben und Tod (s. o.)
" Begleitung der Bewohner in der Auseinandersetzung mit existentiellen Erfahrungen, wie Wiedergewinnung der Unabhängigkeit, Zuversicht und Freude, Vertrauen, Integration, Sicherheit, Hoffnung und Wohlbefinden
" Begleitung der Bewohner in der Auseinandersetzung mit existentiellen Erfahrungen, kulturgebundene Erfahrungen wie Weltanschauung, Glauben und Religionsausübung, lebensgeschichtliche Erfahrungen


Das Modell der Fördernden Prozesspflege hat das Ziel, den Bewohner vom Einzug an zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern.

Im Mittelpunkt des pflegerischen Interesses steht der Bewohner mit seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Defiziten, die nach den AEDL strukturiert werden. Dabei sind primäre Einflussfaktoren wie Umwelt und Lebensverhältnisse, Prozesse der Gesundheit beinhaltet, Diagnostik und Therapie sowie vorhandene Ressourcen von Bedeutung.

Die primär pflegerische Zielsetzung richtet sich auf die Erhaltung, Förderung und Unterstützung der Fähigkeiten der Bewohner. In ihrem Interesse stehen auch deren Wohlbefinden und ihre Unabhängigkeit.

Pflegerische Hilfeleistung ist dann von Bedeutung, wenn der Mensch nicht mehr allein in der Lage ist, seine Situation zu halten oder zu verbessern.

Voraussetzungen für die Einführung eines solchen Pflegemodells sind nach der
Erkenntnis von M. Krohwinkel ein ganzheitliches Denkmuster, ein praktikables
Prozessmodell, das ein Dokumentationssystem beinhalten muß.

Das von Krohwinkel entwickelte Modell Fördernder Prozesspflege hat sich in der Praxis als verlässlich erwiesen.


3. Lage und Leistungen des Spessartblick Altenhilfe e.V.


Unser Haus liegt in wunderschöner Spessartlage mit Blick auf die Gemeinde Waldaschaff..
Die Einrichtung bietet Platz für 31 Bewohner.

Die Pflege wird als Kurzzeitpflege oder für unbegrenzte Zeit als Langzeitpflege angeboten.
Neben der Pflege bietet das Haus eine Tagespflege für 4 Gäste von außerhalb.

Im Stadtteil selbst bestehen bis auf Kleidung sämtliche Einkaufsmöglichkeiten. Einmal in der Woche findet ein Wochenmarkt statt. In unmittelbarer Nachbarschaft beginnt der Grünweg, ein Weg, der durch einen kleinen Park mit altem Baumbestand führt.
Drei praktische Ärzte, zwei Internisten und ein Zahnarzt haben ihre Praxen in der Nähe, ein Optiker und eine Apotheke sind ebenfalls nah dabei.

Im Hause wohnen viele Menschen, die ihr Leben lang im Stadtteil Bismarck oder den
3.1. Baulich-räumliche Situation

In unserem Haus wird versucht, die Erfordernisse der Pflege mit den Wohnbedürfnissen alter Menschen zu verbinden.

Wir bieten wohnliche Ein- und Zweibettzimmer, welche sich im 1.OG, 2.OG und DG befinden und über einen behindertengerechten Aufzug oder die Treppe zu erreichen sind. Einzelne Bewohnerzimmer sind mit einer Nasszelle und ebenerdig begehbarer Dusche ausgestattet. Weitere Duschen und WC, alle mit Haltegriffe versehen, befinden sich auf den einzelnen Etagen.
Die einzelnen Etagen sind individuell wohnlich dekoriert und haben verschiedene Farbnuancen, um nicht an ein Krankenhaus zu erinnern.

3.1.1 Bewohnerzimmer

Zur Grundausstattung gehören ein Pflegebett, ein Nachtisch, - schrank , ein Kleiderschrank mit Wäschefach und die Gardinen. Zusätzlich werden Stühle, Ablagetisch und ein Regal zur Verfügung gestellt. Es können aber auch eigene Möbel zur individuellen Gestaltung des Wohnraumes mitgebracht werden. Anschlussmöglichkeit für Fernseher (Kabelanschluss) ist vorhanden, ebenso für Telefon. Die Einrichtung des Anschlusses übernimmt die Telekom auf Antrag.
Über das Mitbringen eines Haustieres entscheidet die Heimleitung im Einzelfall.
Ein tierärztliches Zeugnis ist erforderlich.

Die Zimmer werden für die Dauer des Heimaufenthaltes vermietet. Auch bei Eintreten von Schwerstpflegebedürftigkeit muss das Zimmer nicht gewechselt werden.

3.1.2 Gemeinschaftsräume

Im Erdgeschoss befindet sich der Speisesaal und gleichzeitige Aufenthaltsraum, in welchem gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen werden, die Beschäftigung stattfindet und Feiern und Festlichkeiten ausgerichtet werden. In den so genannten "grünen Saloon" können sich die Bewohner zum Ausruhen oder zum Fernsehen zurückziehen. Außerdem gibt es noch einen Wintergarten mit einem wunderschönen Blick in den Spessart.

3.1.3 Verwaltung, Küche, Wäscherei

Das Büro ist im Erdgeschoß des Hauses untergebracht, wie auch die Küche. Die Wäscherei befindet sich im Kellergeschoß.

3.1.4 Rufanlage

Das Haus hat eine zentrale Rufanlage. Dadurch ist nicht nur die quantitative Bewertung der Anforderungen möglich, sondern auch der Nachweis der Pflegeleistung gesichert.


3.2. Bewohnersituation



3.2.1 Heimfürsprecher

Die Interessen der Bewohner werden durch den Heimfürsprecher vertreten, der vom Heim vorgeschlagen und von der Heimaufsicht eingesetzt wird. Sein Tätigkeitsfeld reicht von der Vertretung der Bewohner nach außen bis zur Mitarbeit bei der Organisation von Veranstaltungen, Ausflügen und z.B. der Speiseplangestaltung.

3.2.2. Tagesablauf

Um den Tagesablauf der Bewohner nicht unnötig zu reglementieren, sind nur die Zeiten für die Mahlzeiten festgelegt:

1. Frühstück ab 7.30 Uhr
2.Frühstück ab 10.00 Uhr
Mittagessen von 12.00 Uhr bis 13.15 Uhr
Kaffeetrinken ab 15.00 Uhr
Abendessen ab 18.00 Uhr.
Spätmahlzeit ab 22.00 Uhr


In allen anderen Belangen richten wir uns nach den Wünschen des Bewohners. Wenn es für den Bewohner notwendig ist, wird die Tagesstruktur natürlich vorgegeben.

3.2.3 Zusätzliche Betreuungsangebote

Für die Betreuung der Bewohner sorgt neben den Mitarbeitern im Pflegebereich eine Heilerzieherin.
Sie begleitet die Bewohner von der Heimaufnahme an, hilft ihnen bei der Integration, sorgt nicht zuletzt dafür, dass sie die gewohnten alltagspraktischen Tätigkeiten nicht verlernen.
In einem monatlichen erstellten Programm werden den Bewohnern Betreuung und Beschäftigung angeboten. Das Angebot reicht vom Kegel-, Grillabend bis zu Ausflügen in die Umgebung.
Darüber hinaus bietet wir Einzelbetreuung, wie z.B. Esstraining oder andere gezielte Übungen und Spaziergänge an.

3.2.4 Ergänzende Angebote

Die Heimleitung berät die Bewohner und Ihre Angehörigen in allen administrativen Fragen wie Kostenübernahmen, Pflegewohngeldanträgen, Kleidergeldanträge etc.
Sie ist verantwortlich für die Angehörigenarbeit und berät und unterstützt den Heimfürsprecher in seiner Arbeit.


4. Eckpunkte des Pflegeablaufs

4.1 Pflegestandards

Die Arbeitsschwerpunkte und Arbeitsschritte für die einzelnen pflegerischen Leistungen werden nach Pflegestandards ausgeführt. Pflegestandards sind allgemein gültige und akzeptierte Normen, die den Aufgabenbereich und die Qualität der Pflege definieren. Pflegestandards legen themen- und tätigkeitsbezogen fest, was die Pflegepersonen in einer konkreten Situation generell leisten wollen bzw. sollen und wie diese Leistung auszusehen hat .

Der Sinn und Zweck von Pflegestandards ist eine Qualitätskontrolle durch Soll- / Ist-
Vergleiche und eine wertvolle Argumentationshilfe gegenüber den Kostenträgern zur
Berechnung eines angemessenen Personalbedarfs.

Die Pflegestandards sind Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems (QMS). Sie werden kontinuierlich vom Qualitätszirkel aktualisiert, an die neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse und die Erfordernisse des Hauses angepasst.

4.2 Pflegedokumentation

Die AEDL-Bereiche dienen als Orientierungshilfe zur Einschätzung von Fähigkeiten, Gewohnheiten, früheren Lebensverhältnissen, Wünschen, Bedürfnissen, Problemen und Einschränkungen des jeweiligen Bewohners, die mit Hilfe des Bewohners und/oder seiner Angehörigen und der zuständigen Pflegeperson ermittelt werden (Informationssammlung). Die entsprechenden Zielsetzungen und Maßnahmen werden speziell auf ihn zugeschnitten.
Der Bewohner wird vom Einzug an begleitet, unterstützt und ganzheitlich gefördert.
Die einzelnen AEDL werden nicht separat, sondern zusammengehörig betrachtet, d.h. sie stehen untereinander in einer Wechselbeziehung. Einschränkungen in einem AEDL-Bereich können andere AEDL tangieren und sie somit positiv oder negativ beeinflussen.

Alle pflegerelevanten Informationen werden über die Pflegeanamnese in die Planung der individuellen Pflege des Bewohners einbezogen. Diese Informationssammlung wird im Laufe des Pflegeprozesses fortlaufend aktualisiert. Nach dem Pflegeprozessmodell werden aus den vorhandenen Informationen Fähigkeiten, Pflegeprobleme und zur Verfügung stehende Hilfsmittel ermittelt, bevor eine Pflegezielbestimmung vorgenommen wird. Mit der Formulierung der erforderlichen Pflegemaßnahmen und der Bestimmung des ersten Auswertungstermins ist die Pflegeplanung zunächst beendet.

Die Wirkung der erfolgten Pflegemaßnahmen auf den Bewohner wird kontinuierlich
evaluiert und am Auswertungstermin entsprechend dem Grad der (Pflege-) Zielerreichung bewertet. Stimmt der neue IST- Zustand nicht mit dem Pflegeziel überein, werden die Pflegemaßnahmen fortgeführt oder ggf. auch die Zielformulierung korrigiert und angepasst.
Alle Schritte der Pflegeplanung einschl. der laufenden Auswertung müssen im Pflegedokumentationssystem aufgezeichnet werden. Die AEDL-Bereiche nach M. Krohwinkel sind dabei die sinnvolle Strukturierungshilfe zur Entwicklung, zum Ablauf und zur Dokumentation des Pflegeprozesses.

Grundlegende Inhalte eines Pflegedokumentationssystemes sind:
*Stammdaten, Pflegeanamnese, Biographie
*Pflegeplanung
*Durchführungsnachweise
*Pflegebericht
*Verlegungsbogen
*Arztanordnungsbogen

Des weiteren je nach Bedarf:
*Medikamentenplan
*Vitalwerteplan
*Lagerungs- und Mobilisationsplan
*Bilanzierungsplan
*Ernährungsplan
*Ein- und Ausfuhrplan
*Bradenskala

Alle Bewohnerdaten werden am PC mit dem Programm der Firma Homewin zusammengefasst. Daten für Gäste der Kurzzeitpflege werden schriftlich im Ordner der Firma Standard erfasst. Bilanzierungs-, Lagerungs- Trink- und Ernährungspläne werden schriftlich in selbstentworfenen Kurven dokumentiert.
Die Pflegedokumentation ist Nachweisdokument für durchgeführte Pflegeleistungen und ist im Zweifelsfall Beweismittel.

Die lückenlos kontinuierliche Führung der Dokumentation spiegelt die qualifizierte
Pflegearbeit wieder und ist ein Qualitätsmerkmal unseres Hauses.

4.3 Ganzheitspflege

In unserer Einrichtung wird die Ganzheitspflege durchgeführt, das heißt eine Pflegefachkraft übernimmt die Aufgaben einer Bezugsperson für 5-6 Bewohner. Das System gibt uns die Möglichkeit der adäquaten Umsetzung unseres angewandten Pflegemodells.

Die Ganzheitspflege ermöglicht uns, die in den Gemeinsamen Maßstäben und Grundsätzen. nach § 80 SGB XI geforderte "Bezugspflege" durchzuführen.

Für die entsprechende Dienstplangestaltung, die Zuordnung des Pflegepersonals zu den Bewohnergruppen und die entsprechende Koordination aller Aufgaben ist die Pflegedienstleitung zuständig.


5. Personal

5.1. Organigramm

Unser Organigramm in welchem sich die Struktur des Spessartblick Altenhilfe widerspiegelt, kann man im Qualitätshandbuch jederzeit einsehen, bzw. hängt dieses für jeden Bewohner und Besucher ersichtlich aus.

5.2 Pflegedienstleitung

Die Pflegedienstleitung erfüllt alle formal-rechtlichen Qualifikationen der Gemeinsamen Maßstäbe und Grundsätze nach § 80 SGB XI.
Ihr direkt unterstellt sind die Schichtleitungen und alle weiteren Pflegemitarbeiter.
Aufgaben- und Kompetenzbereiche sind in der Stellenbeschreibung der Pflegedienstleitung (wie auch aller anderen Pflegemitarbeiter) geregelt.


5.3 Qualifikation im stationären Bereich

Mehr als 50 % der im Hause beschäftigten Mitarbeiter sind examinierte Pflegefachkräfte. Damit ist die Mindestanforderung der Heimpersonal-Verordnung erfüllt und die ausreichende fachliche, pflegerische und betreuerische Versorgung der Bewohner sichergestellt.

Durch zusätzliche interne und externe Bildungsmaßnahmen wird eine kontinuierliche
Qualifizierung der Pflegefach- und Pflegehilfskräfte hinsichtlich neuer Erkenntnisse in der Pflege sichergestellt.
Entsprechende Schulungspläne werden jährlich aufgestellt und sind mit den entsprechenden Nachweisen Bestandteil des QM- Systems.


5.4 Dienstplangestaltung

Die Dienstpläne von der Pflegedienstleitung monatlich bis zum 20. des laufenden Monats für den darauf folgenden Monat erstellt, um zum 21. des Monats für die Mitarbeiter einsehbar zu sein.
Aus dem Dienstplan sind für jeden Mitarbeiter seine individuellen Dienstzeiten ersichtlich.

Jeder Mitarbeiter zeichnet die Kenntnisnahme und Akzeptanz mit Unterschrift und
Handzeichen auf dem Dienstplan ab. Spezielle Dienstplanwünsche der Mitarbeiter finden Berücksichtigung, wenn sie vorab in eine Wunschliste eingetragen werden und der Dienst auch anderweitig abgedeckt werden kann. Die Dienstpläne sind so zu gestalten, dass jeder Dienst mit mindestens einem examinierten Pflegemitarbeiter abgedeckt wird.
Dienstplanänderungen können nur die Pflegedienst- und die Schichtleitung vornehmen.

Zwischen den einzelnen Dienstwechseln finden Teambesprechungen statt.
Einmal wöchentlich erfolgt eine verlängerte Dienstbesprechung, die Zeit gibt für
die Besprechung organisatorischer Angelegenheiten etc.

5.5 Fort- und Weiterbildung

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden in regelmäßigen Abständen in den Bereichen Pflege, Pflegedokumentation, Hygiene und Qualitätssicherung vom Haus angeboten und durchgeführt. Die Teilnahme daran ist für jeden Mitarbeiter verpflichtend.

Interne wie auch externe Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und Schulungen sollen den Wissensstand der Mitarbeiter aktualisieren, mehr fachliche und persönliche Kompetenz vermitteln und den Bewohnern eine Pflege und Betreuung nach dem neuesten pflegewissenschaftlichen Stand gewährleisten.



6. Schnittstellen zu anderen Fachbereichen

Schnittstellen sind Punkte, an denen zwei oder mehr Arbeitsbereiche Berührung miteinander haben, dabei sind besonders der reibungslose funktionierende interne Informationsfluss (schriftlich, telefonisch, über Datennetze) und die gegenseitige Lieferung spezifischer Leistungen zur gemeinsamen Zielerreichung von Bedeutung.

6.1 Küche

Für die Dienstleistung der Küche sind in unserem Haus 2 Vollzeithauswirtschafterinnen und eine Teilzeitkraft zuständig.Sie gewährleisten eine Arbeit nach den gesetzlich bestehenden Lebensmittel- und Hygienevorschriften und sind in das QMS der Einrichtung eingebunden.

Die Küche bietet Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee und Abendessen allen Bewohnern an - auch als Diabetikerkost, Schonkost, passierte Kost u.ä. Sonderwünsche werden soweit wie möglich berücksichtigt.

Das Pflegepersonal holt die vorbereiteten Essen für das Frühstück, Mittag, Kaffee und das Abendbrot aus der Küche ab und bereitet die Mahlzeiten, wenn erforderlich, zu. Hilfebedürftigen Bewohnern wird das Essen gereicht.
Die Bewohner können täglich zwischen 2 Mittagsmenüs auswählen.

6.2 Hauswirtschaft

6.2.1 Gebäudereinigung

Unser hauseigenes Reinigungspersonal führt die tägliche Reinigung der Bewohnerzimmer, der Gemeinschaftsflächen sowie der sanitären Anlagen nach einem bestehenden Reinigungsplan der Firma "Hygienekonzept" im Hause durch.


6.2.2 Wäscherei

Die Leibwäsche wird in unserem Haus gewaschen. Bettwäsche wird außer Haus von der Firma Bornemann gereinigt.

6.3 Haustechnik

Die im und am Haus anfallenden Mängel werden von allen Arbeitsbereichen schriftlich registriert und dem Hausmeister gemeldet. Arbeiten, die er selbst nicht ausführen kann, werden Fremdvergeben.

6.4 Verwaltung

Der Aufgabenbereich der Verwaltung beinhaltet die komplette Bewohner- und
Angestelltenverwaltung.


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